PASSIONEN
Nicht nur das gesprochene Wort ist überzeugend, sondern auch das gedruckte. Sichten Sie mein Bücherregal, das sich in den letzten Jahren ordentlich gefüllt hat. Ich habe eine kleine, nicht repräsentative Auswahl getroffen.
Ich beginne mit einem Genre, das oft als Kinderkram oder minderwertige Kunst abgetan wird. Ganz zu unrecht! Ich stelle hier einige Comics vor, bei denen der Grat zur Literatur eindeutig überschritten wird.
![]() © Verlag Reprodukt |
Der Alltägliche Kampf vom begeistert mich durch die emotionale Geschichte und den Zeichenstil, den ich als direkt bezeichnen würde. Großzügig und großflächig koloriert, manchmal sehr dicht bis hin zu dunklem Schwarz. Mit viel Witz und Einfühlungsvermögen wird die Geschichte des Fotografen Marco, seiner Katze und einer mehr als geduldigen jungen Frau erzählt. |
![]() © Edition Moderne |
Historisch geht es in der vierbändigen Reihe Die Macht des Volkes zu. Der französische Zeichner erzählt in dichtem Schwarz-Weiß die Geschichte der Kommune von Paris und zeichnet ein lebendiges Gemälde des kurzen Lebens einer ganz besonderen Idee von Demokratie. In Worte gefasst wurde das Ereignis zuvor von Jean Vautrin. Tardi rekonstruiert penibel und genau – ein wahres Vergnügen! |
![]() © Edition Moderne |
Finster, wieder in schwarz-weißer Optik kommt die Kriminalgeschichte Killer stellen sich nicht vor daher. Im Paris des Jahres 1970 kommt ein vierzigjähriger Angestellter aus der Bahn. Wie konnte es dazu kommen, dass er mehrere Männer tötet? Welche Ereignisse und zufälligen Begegnungen zu dieser Katastrophe führen, erzählt Jean-Patrick Manchette in seinem Roman, den wie einen alten Kriminalfilm aufs Papier bringt, voller Geschwindigkeit und mit dem Lebensgefühl der siebziger Jahre. |
![]() © Edition Moderne |
Mit unzähligen liebevollen und akribisch gezeichneten Details versehen ist Comic 120, Rue de la Gare. Er ist ein absolutes Muss für Krimifans und ein Klassiker des Genres. Das Geheimnis einer auf dem Sterbebett hin gehauchten Adresse wird von Nestor Burma meisterhaft gelöst. Nach dem Roman von Léo Malet. |
Wer Bücher liest, macht sich seine eigenen Bilder im Kopf. Deswegen ziehe ich Lesen dem Fernsehen vor.
![]() © Berlin Verlag |
Die russische Kultur ist eine der erstaunlichsten der Welt. Welche bemerkenswerten und zum Teil skurrilen Persönlichkeiten sie ausmachen, beschreibt in Nataschas Tanz. Ein weiter Bogen spannt sich von der Zarenzeit bis hin zum Stalinismus. Man meint, persönlich mit dabei gewesen zu sein. |
![]() © Carl Hanser |
Ein Herzensanliegen von mir wird in dem Buch Promenade in Jalta von beschrieben, nämlich die Entdeckung des bisher weitgehend unbekannten Osteuropa. Der Autor nimmt den Leser mit auf eine Reise durch Mittel- und Osteuropa und hat dabei genau beobachtet: Bewohner und deren Sprache, naturräumliche Gegebenheiten, Kunst, Dichtung, Mentalitäten und die Spuren der Geschichte, auch unserer. Am besten also: Lesen und gleich hinfahren. |
![]() © Rowohlt |
Wieder eine historische Rückblende in Sabbaths Theater. Der gescheiterte Puppenspieler Mickey Sabbath steht am Ende seines Lebens. Er reist in die Stadt seiner Kindheit und findet dort die Hinterlassenschaft seines Bruders, der 1944 von den Japanern abgeschossen wurde, und so manche Erklärung. Ein Roman über ein grelles Leben von . |






